Tipps für deinen ersten Urlaub in Island
Wasserfall an der Südküste von Island
Wie viele Tage braucht man für die Ringstrasse? Wie lange braucht man mindestens für die Westfjorde? Brauche ich immer ein 4x4 Fahrzeug? Welche Apps/Webseiten solltest Du unbedingt kennen? Welche Reiseführer sind empfehlenswert? In diesem Blog-Artikel geht es um die Planung und die Gedanken, die man sich vor und während eines Islandurlaubes machen sollte.
Bist Du mehr an Fotos von möglichen Zielen interessiert? Dann solltest Du Dir meine Reiseberichte ansehen, dort findest Du die schönsten Ecken Islands! Willst Du Dir einen Eindruck von einigen Hochlandpisten machen? Dann schau mal in meine Videosammlung!
Ein paar Daten zu Island
Hauptstadt: Reykjavik
Internationaler Flughafen: Keflavik (etwa 50 km/45 min von Reykjavik entfernt)
Fläche: 103.125 km²
Einwohner: 356.991 (davon leben mehr als 60% im Raum Reykjavik)
Währung: ISK (Isländische Kronen), 1 EUR = 163,22 ISK (Stand 10.2020)
Jährliche Durchschnittstemperatur in Reykjavik: 5°C
Hochlandpisten sind im Winter gesperrt
Länge der Ringstraße: ca. 1.400 km
Puffins: Diese hübschen Vögel kann man sehen von Ende April bis August (ungefähre Angaben)
(Quelle: Wikipedia, Finanzen.net)
Die Beste Reisezeit
Die beste oder die perfekte Reisezeit für Island gibt es eigentlich nicht. Jede Jahreszeit hat ihre Besonderheiten. Die beliebteste Reisezeit ist (wie in den meisten Ländern) der Sommer, hier kann man auch mit dem schönsten Wetter rechen, allerdings nicht mit Nordlichtern oder dem Besuch von Eishöhlen.
Island im Winter erleben
Winter ist etwa von Ende Oktober - April, in den Monaten Dezember und Januar sind die Tage besonders kurz (4-5 Stunden), an trüben Tagen wird es gar nicht richtig hell. Im März beträgt die Tageslänge aber schon wieder rund 11 Stunden. Im Winter sind die Straßen ins Hochland alle gesperrt. Aber auch andere Straßen können vorübergehend unpassierbar sein. Die Webseite road.is informiert über solche Sperrungen. Jetzt ist die beste Zeit um Nordlichter zu sehen. Ein klarer Himmel und etwas Glück ist natürlich notwendig. Wie fotografiert man Nordlichter?
Nordlichter über Jokulsarlon
Ein weiteres Highlight ist der Besuch von Eishöhlen, dies ist in der Regel nur im Herbst/Winter möglich, am Besten auf den Seiten von Tour Anbietern nach den genauen Zeiträumen für Touren suchen. Ohne professionellen Führer sollte man Eishöhlen nie erkunden, das kann sehr gefährlich werden. Es gibt neben den natürlichen auch künstlich erschaffene, z.B. einen Eistunnel im Gletscher Langjokull, diesen kann man das ganze Jahr über besuchen.
Eine solche Eishöhle kann man nur im Winter erkunden
Island im Sommer: Mai - August
In den Sommermonaten sind die Nächte sehr kurz, zum Teil wird es gar nicht richtig dunkel. Der längste Tag ist der 21 Juni. Die Mitternachtssonne ist am besten auf der Insel Grimsey zu sehen, sie liegt auf dem Polarkreis, der Rest von Island liegt südlich vom Polarkreis. Die Temperaturen steigen im Sommer zum Teil auf über 20°C. die Niederschlagsmenge ist niedriger als in den anderen Monaten des Jahres. Die Hauptsaison ist von Juli - August.
Nur in den Sommermonaten sind die Hochlandpisten geöffnet, die genauen Termine hängen vom Wetter ab und werden auf der Webseite road.is veröffentlicht.
In den Monaten April - August kann man die beliebten Puffins (Papageientaucher) sehen. Es gibt viele Plätze an denen sie dann anzutreffen sind (Vestmannaeyjar, Latrabjarg, Dyrholey,… ). Den Winter verbringen die Vögel auf der offenen See.
Puffin auf Vestmannaeyjar
Die beste Zeit für Whale Watching Ausflüge sind die Sommermonate, Juli - September, aber es gibt Touren das ganze Jahr hindurch.
Whale Watching
Island im Herbst: Ende August - Oktober
Im Herbst trifft man etwas weniger Touristen an als im Sommer, aber die Anzahl ist weiterhin sehr hoch. Die Preise für Mietwagen und Unterkünfte gehen im Herbst etwas zurück. Das Wetter kann noch sehr gut sein, es kann aber auch schon Ende September anfangen zu schneien. Die Natur färbt sich bunt, die Tage werden kürzer, sind aber noch lang genug um wie zu unternehmen und es besteht durchaus die Chance Nordlichter zu sehen, Viele Hochlandstrecken sind befahrbar, gegen Ende des Herbsts mit einsetzendem Schneefall werden diese jedoch geschlossen.
Besonders schön im Herbst, die Hraunfossar
Anreise
Da Island eine Insel ist, gibt es nur zwei Möglichkeiten für die Anreise, entweder per Flugzeug oder per Schiff. Das Flugzeug ist die sicher am meisten genutzte Möglichkeit, Flüge gibt es von den meisten großen Flughäfen, oft muss man allerdings einmal oder mehrmals umsteigen. Die Flugzeit eines Direktfluges von Deutschland aus beträgt etwa 3,5 Stunden. Wie bei allen Flügen lohnt sich frühes Buchen um einen günstigen Preis zu bekommen.
Die Anreise per Schiff bietet sich an, wenn man mit dem eignen PKW oder Wohnmobil auf die Insel möchte. Hier muss man natürlich etwas mehr Zeit einplanen, die Fähre fährt von Hirtshals (Dänemark) nach Seydisfjördur (Island), die Fahrt dauert 2,5 Tage. Es gibt einen Zwischenstopp auf den Färöer. Es werden auch kombinierte Fahrten angeboten, die einen mehrtägigen Aufenthalt auf den Färöer Inseln ermöglichen.
Mietwagen
Welchen Mietwagen soll ich nehmen? Das ist keine einfache Frage, Vermietungen gibt es unzählige. Die einfachste Möglichkeit ist einfach eine Suche im Internet nach Autovermietern in Island, eine Seite die einen Vergleich bietet ist z.B. nortbound.is. Aber bevor Du danach sucht, musst Du Dich zunächst entscheiden welche Art von Fahrzeug Du benötigst. Möchtest Du campen? Wenn ja, wie? Mit einem Zelt, mit einem Minicamper oder doch mit einem großem Wohnmobil? Und wo genau soll die Tour den hingehen? In Island gibt es viele Straßen die nur mit einem 4x4 Fahrzeug befahrbar sind, diese sind mit einem “F” gekennzeichnet (z.B. F26, die Sprengisandur), hierbei handelt es sich um Pisten durch das Hochland von Island. Es gibt zudem Straßen, die keine ausgewiesenen Hochland Pisten sind, aber trotzdem nicht mit einem 2x4 Fahrzeug befahren werden dürfen, hierzu zählt die 35 (Kjölur). Die Autovermieter haben in der Regel eine Liste auf denen sie die Straßen angeben, die nicht befahren werden dürfen (am besten vor dem Mieten des Fahrzeuges anfragen, damit es keine Überraschungen gibt). Dann gibt es noch Straßen, die man vielleicht zwar befahren darf, aber man nicht befahren sollte, den für Schäden am Unterboden des Fahrzeuges muss man in der Regel selber aufkommen, diese Schäden werden nicht von den Versicherungen abgedeckt. Also ist das ideale Fahrzeug, egal ob PKW oder Camper, ein geländegängiges Allrad Fahrzeug, je mehr Bodenfreiheit desto besser - wenn da nicht der sehr hohe Mietpreis für 4x4 Fahrzeuge wäre. Deswegen solltest Du Dir im Vorfeld Gedanken machen, wo genau Du hinfahren möchtest, beschränkst Du Dich auf die Ringstraße, die einmal um die Insel herumführt, reicht ein 2x4 Fahrzeug vollkommen aus und die Ringstraße hat enorm viel zu bieten. Viele Abstecher von der Ringstraße sind zudem möglich, z.B. der Besuch des Dettifoss, auch hierfür benötigt man kein 4x4 Fahrzeug. Wenn Du längere Zeit unterwegs bist, und unbedingt mal ins Hochland willst, lohnt es sich vielleicht auch das Fahrzeug zu Wechseln, das habe ich auf meiner ersten Tour nach Island so gemacht. Weitere Möglichkeiten ins Hochland zu kommen, ohne einen Geländewagen zu mieten, wären der Hochlandbus oder natürlich geführte Touren von Anbietern vor Ort.
Camping direkt am schönsten Wasserfall der Westfjorde, dem Dynjandi
Hast du dich dann für einen Vermieter und ein Fahrzeug entschieden, geht es noch um die Versicherungen, die müssen bei den meisten Anbietern noch dazu gebucht werden und erhöhen den Mietpreis oft noch sehr deutlich. Angeboten werden in der Regel, SCDW (Super collision damage waiver), GP (Gravel protection), SAP (Ash and Sand protection), TP (Theft protection) und meist ein Bundle aus allen. Die mögliche Selbstbeteiligung variiert von Vermieter zu Vermieter, das sollte man beim Preisvergleich beachten. Ich werde hier keine Empfehlung abgeben, welche der Versicherungen du nehmen solltest und welche nicht, das muss jeder selber entscheiden. Man sollte immer bedenken, dass Reparaturen auf Island sehr sehr teuer sind. Aufgrund der vielen Gravelroads sind Steinschläge nicht selten und schnell ist die Frontscheibe beschädigt. Ich persönlich habe immer das komplette Paket genommen, damit ist man weitestgehend auf der sichern Seite, erlebt keine Überraschungen bei der Rückgabe des Fahrzeuges und es fährt sich einfach entspannter - wirklich gebraucht hätte ich die Versicherungen natürlich nicht immer.
Ich habe Erfahrungen mit verschiedenen Autovermietungen auf Island. Go Campers, McRent, Icerental4x4 und Grand Iceland. Für Details bitte hier weiter lesen...
Mit dem Geländewagen ins Hochland
Geld
Geldautomaten gibt es z.B. im Flughafen, dort kann man sich mit Bargeld versorgen, mitbringen von isländischen Kronen ist absolut nicht notwendig. Praktisch überall werden Kreditkarten akzeptiert, ich habe schon einen kompletten Urlaub in Island ohne jegliches Bargeld verbracht. Trinkgelder sind im Preis enthalten, zusätzliches Trinkgeld wird nicht erwartet, aber wer möchte, kann für besonders guten Service natürlich etwas da lassen.
"Kreditkarten sind das Hauptzahlungsmittel, Bargeld ist nicht unbedingt erforderlich."
Tanken funktioniert per Kreditkarte an den Säulen. In seltenen Fällen werden ausländische Karten nicht akzeptiert, sollte das passieren, muss man im Shop bezahlen - dort geht es aber dann problemlos. Es gibt auch Prepaid-Tankkarten die man nutzen kann, falls die eigene Kreditkarte nicht funktionieren sollte, das ermöglicht einem dann auch das Tanken in den Nachtstunden (viele Tankstellen haben keinen 24h Service).
Essen in Island
Essen im Restaurant ist recht teuer in Island und die Portionen sind meist sehr überschaubar, das Essen ist aber sehr gut und hochwertig. In der Nebensaison bekommt man in den Gästehäusern oft nur Abendessen auf Vorbestellung.
"Essen gehen in Island ist sehr teuer, aber es gibt Alternativen."
Etwas preiswerter sind die Imbiss-Stationen an den Tankstellen, Fastfoodketten wie Mc Donalds oder Burger King gibt es auf Island nicht. Noch preiswerter ist es natürlich man geht in den Supermarkt und bereitet sich selbst das Essen im Wohnmobil oder auf dem Campingkocher zu (viele Campingplätze bieten auch Kochmöglichkeiten und Aufenthaltsräume).
"Unbedingt mal einen Pylsa essen!"
Sehr beliebt in Island ist Pylsa, der isländische Hotdog. Wer in Reykjavik einen kleinen Snack sucht, dem möchte ich den Sandwich Laden Hlöllabátar auf dem Ingólfur Square empfehlen - sehr lecker und nicht überteuert.
Mittagpause in den Westfjorden, Kartoffeln und Fisch mit Käse überbacken.
Nützliche Ausrüstung
Eine gute Stirnlampe (*) (Ich habe mich für diese entschieden, weil sie neben dem hellen weißen Licht auch ein rotes Licht hat, dies ist nachts beim Fotografieren sehr gut, da es wenig blendet) und eine gute Taschenlampe (*) sollte man immer dabei haben.
Im Winter unverzichtbar sind Spikes für die Schuhe, sehr zufrieden bin ich mit diesen: Snowline Chainsen Pro (*)
Wer sich einen Schlafsack vor Ort leiht, für den kommt vielleicht ein Innenschlafsack (*) in Frage.
Wer Camping machen möchte, benötigt eventuell Camping-Kochgeschirr (*) und einen Kocher (*).
Damit der morgendlichen Kaffee genießbar ist und Du nicht auf löslichen Kaffee angewiesen bist, kann ich als Ergänzung zum Kochgeschirr eine French Press (*) empfehlen.
Wenn Du alleine für mehrere Tage in abgelegene Gebiete des Hochland möchtest, ist ein Satellitenkommunikator (*) eventuell etwas für Dich. Ich selber habe damit aber noch keine Erfahrung. In den größten Teilen Islands hat man aber auch eine gute Handynetz Abdeckung.
Empfehlenswerte Webseiten und Apps
Weather forecast - Vedur Website A very usefull website for Iceland, with information about the cloud cover and the wind speeds.
Weather forecast - Vedur app Nice app with all important information about the weather in Iceland.
Road conditions - Vegagerdin Website about the road conditions and possible road closures
112 Iceland app Official emergency - app for Iceland
Aurora Alert Aurora borealis forecast, very useful in the autumn and winter.
Northern Eye Aurora Forecast Another Nothern lights forecast app.
timeanddate.de Website with information about the time of sunrise and sunset as well as moonrise and twilight.
Empfehlenswerte Reiseführer
Island: Reiseführer mit vielen praktischen Tipps (*), Jens Willhardt, Michael Müller Verlag
Island - Reiseführer von Iwanowski: Individualreiseführer mit Extra-Reisekarte und Karten-Download (*), Ulrich Quack, Iwanowski's Reisebuchverlag
Island – Reiseführer & Reisebericht für Fotografen und Wohnmobilisten (*). Die wichtigsten Ziele mit Tipps und Tricks sowie Tour und Reiseinfos, Dirk Haas, epubli
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